In Berlin erreichen die vorhandenen Hilfsangebote für gewaltausübende Menschen höchstens 10% ihrer Zielgruppe. Dies liegt an mangelnder Information über Vorhandensein und Erreichbarkeit der Angebote und vor allem an den hohen Hürden, die eine Selbstmeldung als Beschuldigte*r einer Straftat mit sich bringt. Neben Schamgefühlen treten häufig Verleugnungs- oder Bagatellisierungstendenzen auf. Die Servicestelle Wegweiser soll dieser Problematik durch proaktive Kontaktaufnahme beikommen. Best-Practice-Beispiele zeigen, dass ca. die Hälfte der kontaktierten Personen Unterstützungsangebote annimmt. In der Folge der Vermittlung an spezialisierte Einrichtungen gelingt im Sinn sekundär-präventiver Intervention häufig eine außergerichtliche Beendigung des strafbaren Verhaltens, so dass in der Folge die Strafverfolgungsbehörden entlastet sind.
Es ist geplant, im Rahmen von Clearinggesprächen die Bedarfe der potenziellen Klient*innen zu erfassen, damit eine Vermittlung an passende Beratungsstellen erfolgen kann. Falls notwendig, erfolgt eine Krisenintervention und bei Nichtvorhandensein geeigneter Angebote oder im Falle längerer Wartezeiten ggf. eine Weiterleitung an den Berliner Krisendienst. Das Vorgehen soll somit auch aussagekräftige Erkenntnisse über Bedarfslücken liefern, die im Hinblick auf zukünftige Haushaltsplanungen zur Förderung vorhandener oder zum Aufbau neuer Hilfsangebote genutzt werden können.
Unsere Kooperationseinrichtungen
Das Berliner Zentrum für Gewaltprävention (BZfG). e.V. berät und schult seit 2000 gewalttätige und aggressiv auffällige Menschen.
Das Projekt Beratung für Männer - gegen Gewalt zeigt Männern, wie sie Konflikte gewaltfrei lösen.
Stop-Stalking Berlin ist eine Beratungsstelle für Menschen, die stalken oder gestalkt werden.